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Social Commerce

Der rasant wachsende Flohmarkt
zwischen Likes & Shares

Den Mythos vom stumpfen Spaßfaktor der sozialen Medien glauben Marketeers schon lange nicht mehr. Doch der Trend geht mittlerweile sogar über den indirekten Einfluss zwecks Reichweitenstreuung und Brandstärkung hinaus – und landet bei diversen Shoppingmöglichkeiten direkt auf den Social-Media-Apps.

Ohne Umwege zum Produkt

Da mögen sich Content-Manager*innen noch so viele aufregende Ideen aus dem Hut zaubern, selbst die beste Social-Media-Arbeit ist noch kein Garant für tatsächlichen Erfolg. Bis vor kurzem zumindest. Denn auf welchem Kanal man es sich auch immer so richtig gemütlich gemacht – das Social Commerce greift überall um sich. Dabei schließt es Content-Marketing und eCommerce in eine innige Umarmung. Neben den eigentlichen Postings und Inhalten können nämlich die tatsächlichen Produkte in Szene gesetzt werden. Das spielt den User*innen deutlich in die Karten, denn immer mehr Menschen informieren sich vor dem Erwerb der nächsten Neuanschaffung über Social Media. 

Wer das Spiel schnell durchschaut, kann die unzähligen Vorteile des Social Commerce kaum von der Hand weisen. Denn wo die User*innen ohnehin schon eine positive Haltung zu einer Marke entwickelt haben, kaufen sie auch umso lieber. Während die klassischen Produkt-Postings aber noch zu einer recht umständlichen Kette über Google und die Suchfunktion des Shops selbst führten, kürzt das Social Commerce das mal eben ab. Direkt über Content-Posts können User*innen auf das Produkt im Shop klicken – oder gar direkt in der Social-Media-App den Kaufprozess abschließen. Fans von Analysen dürfen sich natürlich über die gut nachvollziehbaren Daten freuen, die genau verfolgen lassen, bei wie vielen User*innen die Posts tatsächlich zum Kauf geführt haben. Im Gegensatz zu eigens als Werbung gekennzeichneten Beiträgen, die meist einen faden Beigeschmack haben, schmückt sich geschicktes Social Commerce eher mit einem dezenten, weniger aggressiven Unterton. Das schadet dem Image nicht und posiert gekonnt neben den üblichen Videos und Bildern.

Was geht wo? Die Big Player im Vergleich

Als Vorreiter in Sachen Influencer*innen und Lifestyle ist es nur logisch, dass vor allem Instagram immer mehr auf kaufbare Inhalte setzt. Für alle Besitzer*innen eines Business-Profils sollte dafür zunächst ein Produktkatalog erschaffen werden, auf Basis dessen schließlich die Produkt-Tags in Bilder und Postings eingefügt werden können. Was in den USA und wenigen anderen Ländern dann direkt bei Instagram selbst im Warenkorb landet, führt in Deutschland zunächst erst auf den jeweiligen Shop mit dem Produkt. Momentan schlafen in Deutschland schließlich immer noch die meisten etwas, was Mobile Payment betrifft, doch früher oder später könnten sich In-App-Käufe auch hier etablieren. Dienstleistungen dürfen auf Instagram übrigens noch nicht angeboten werden, sondern nur physische Produkte.

Doch wie so oft hat Instagram das Rad nicht neu erfunden, sondern nur sehr effektiv nachgezimmert. Ursprünglich hatte nämlich die Kreativ-Plattform Pinterest die so genannten Shoppable Pins eingeführt. Ein Klick auf die weißen Punkte in einem Post führte hier zu den einzelnen Produkten und dem zugehörigen Shop. Einen weiteren Vorteil gegenüber klassischer Werbung hat das Social Commerce hier auf Grund der Algoritmen: Werbung erscheint personalisiert und zeigt nur das an, was zu den Wünschen der eigenen Nutzung passen könnte.


Vielseitige Optionen

Auch beim Durchstarter TikTok soll das E-Commerce auf weiter Sicht eine große Rolle spielen, doch abseits von einzelnen Kampagnen mit großen Brands wie Levi’s über das Shop-Now-Plugin hat sich die App noch nicht auf ganzer Breite aufgestellt. Dem ist sogar der Dino Facebook noch einige Schritte voraus. Dort gibt es nämlich die schicken Canvas Ads, die ermöglichen, einen Post mit einzelnen Produktbildern zu kombinieren, die unter dem Hauptbild zu sehen sind. So gelingt der Spagat zwischen klassischem Content und interaktiver Werbung besonders überzeugend. Ähnlich funktioniert Social Commerce auch bei YouTube, wo die eigene Werbung entweder vor, während oder nach den einzelnen Videos eingeblendet werden kann. Auch hier können einzelne Bilder der Produkte angezeigt werden. Besonders kreativ geht es aber bei SnapChat zur Sache, die gleich mehrere Features anbieten. Zum einen ermöglichen die sogenannten „Minis“ direkt in der App Kinotickets und ähnliches zu erwerben, zum anderen wird die Kartenfunktion mit immer mehr Informationen zu naheliegenden Cafés und Restaurants ausgestattet. Wer das geschickt nutzt, lockt mehr Kund*innen zum eigenen Laden als der Rattenfänger von Hameln. Besonders spannend könnte auf Dauer auch die verstärkte AR-Funktion sein, denn hier wird es den User*innen unter anderem ermöglicht, sich rein virtuell die gewünschten Sneaker anzuprobieren. Einkaufsstraßen sind so 2015.


Gewusst wie

Auf kurz oder lang wird sich das Social Commerce so in allen wichtigen Kanälen wiederfinden. Wie auch immer der eigene Social-Media-Mix aussieht, die eigene Produktpalette genau dort stilvoll zur Geltung zu bringen, bringt schnell bare Münze. Aber natürlich sollte man dennoch auf die gängigen Wegweiser achten: Vollständig ausgefüllte Daten freuen Algorithmen und SEO gleichermaßen, wer außerdem Produktbezeichnungen und -preise übersichtlich und kongruent gestaltet, kann die User*innen auch schneller überzeugen. Mit einem Fingerspitzengefühl für die potenziellen Kund*innen und den jeweiligen Plattformen finden sich die richtigen Keywords dann auch recht zügig und die Reichweite kann sich ausbreiten. Worauf also noch warten? Das Geld liegt längst nicht mehr auf der physischen, sondern auf der digitalen Straße.