WhatsApp Business

Was hat sich Facebook dabei gedacht?

Mit der App WhatsApp-Business will Facebook endlich Profit aus dem Erfolgs-Messenger WhatsApp schlagen und Unternehmen eine neue Kommunikationsplattform bieten. Sowohl die eigene Produktpalette von Kleinunternehmer:innen als auch der Kund:innensupport sollen hier einen neuen Platz finden.

WhatsApp – keine andere Messenger-App hat einen so kometenhaften Aufstieg hingelegt wie es die inzwischen zu Facebook gehörende App vorweisen kann. Lagen die Nutzerzahlen im April 2013 noch monatlich bei 200 Millionen, haben sie sich bis Januar 2018 um das 7,5-fache gesteigert – in nur fünf Jahren. Davon können Konkurrent:innen wie Viber, Telegram und Co. nur träumen. Und auch der nächste Coup des Tech-Giganten scheint zumindest einen genaueren Blick wert: Seit Anfang 2019 öffnet WhatsApp den eigentlich für private Kommunikation genutzten Messenger-Dienst für den gewerblichen Austausch zwischen Unternehmen und Kund:innen. Wie das aussieht? Wir haben die wichtigsten Infos zusammengefasst.

Darauf dürfen sich Unternehmen bei WhatsApp Business freuen

Unternehmensprofile werden optisch von den klassischen Chats mit Freund:innen abgehoben und neben dem Unternehmensnamen selbst verrät ein kleines Symbol, dass es sich hierbei um einen Business-Account handelt. Im Chat selbst haben die Business Owner die interessante Möglichkeit, die eigenen Produkte in einem individuellen „Katalog“ anzunehmen. Doch gerade bei einer größeren Menge an Produkten kann das ziemlich viel Zeit fressen – deshalb sollten sich Unternehmen vor der Katalogerstellung fragen, welche Produkte hier überhaupt einsehbar sein sollen. Praktisch ist wiederum die Option, Kund:innen im Chat einfach das gewünschte Produkt senden zu können, sodass diese alle Informationen zu Maßen, Materialien, Zutaten etc. selbst einsehen können. Auch automatisierte Antworten, Öffnungszeiten etc. sind hier hinterlegbar.

Ebenfalls neu: Statt einer Telefonnummer klicken User:innen einfach auf einen Link, über den sich der Chat mit dem jeweiligen Business in WhatsApp öffnet.

Wer ist die Zielgruppe von WhatsApp Business?

Der Fokus der neuen App liegt vor allem auf Kleinunternehmer:innen, die schnell und unkompliziert auf (An-)Fragen von Kund:innen reagieren wollen. Dazu zählen beispielsweise kleine Geschäfte, Cafés, aber ebenso Handwerker:innen oder kleine Online-Shops. Ist das Profil gut gepflegt, kann es die eigene Firmenwebseite um einen unkomplizierten und schnellen Kommunikationskanal erweitern, der zusätzlich eine Auswertung der Nachrichten (Anzahl, Häufigkeit, Tageszeiten…) zulässt.

Auch größere Unternehmen sind laut der Webseite Teil der Zielgruppe – hier liegt der Fokus jedoch stärker auf dem Kundensupport und weniger auf der allgemeinen Vorstellung der Unternehmensleistungen.

Aktuell ist der Service noch kostenlos

Während sich Expert:innen sicher sind, dass WhatsApp mit der App vor allem einen neuen Weg der Monetarisierung einschlagen möchte (nachdem das Schalten von Werbung im Standard-Messenger erneut verworfen wurde), ist die Nutzung bisher noch komplett gratis. Allerdings ist damit zu rechnen, dass zukünftig einzelne Dienste als zubuchbare Optionen gehandelt und entsprechend bezahlt werden müssen.

Generell stellt WhatsApp damit eine spannende Alternative zu Unternehmensseiten auf Facebook dar, und die Kommunikation mit Unternehmen via Messenger könnte durch die weite Verbreitung eine geringere Hemmschwelle bedeuten. Inwiefern sich die Einrichtung für Kleinunternehmer:innen wirklich lohnt, bleibt abzuwarten. Schließlich bedeutet gerade für diese Unternehmen jede zusätzliche Plattform, über die sie kommunizieren, einen Mehraufwand. Auch die vermutlich anstehende Monetarisierung könnte für kleine Unternehmen ein echter Dealbreaker sein.