Start-Up-Hauptstadt: Ruhrgebiet oder Berlin?

Eine Szene zwischen den Stühlen

Auch wirtschaftlich gesehen bereitet dieses Jahr ungeahnte Problematiken. Insbesondere alteingesessene Unternehmen waren von den Lockdown-Maßnahmen überrumpelt, konnten ihre ewig gleichen Prozesse nur schwer mit Home Office und Zoom-Konferenzen umsetzen. Gerade hier zeigte sich die Stärke von innovativen Start-Ups. Für die gehören Digitalisierung und flexible Arbeitsbedingungen schließlich zur DNA. Genau so wie der Standort in der großen Start-Up-Hochburg Ruhrgebiet… Moment mal, müsste hier nicht eigentlich Berlin stehen?

 

Einer für alle oder alle für einen

Das Beste an Berlin: Alle wollen dahin. Das Schlimmste an Berlin: Alle wollen dahin. Während sich die Metropole nämlich mehr und mehr zu einem überschäumenden Kessel an Möglichkeiten entwickelt, gehen andere Regionen häufig leer aus. Doch nicht nur der Brutto-Normal-Bevölkerung gehen die steigenden Mietpreise, unmenschlichen Konkurrenzkämpfe und geht-so-leckeren Currywürste zu weit. Das geht doch deutlich besser, denkt sich auch die deutsche Start-up-Szene: Auftritt Ruhrgebiet. Wenn Berlin auch Usain Bolt sein mag, stellt der Pott dem einen ganzen Kader entgegen. Einzelkämpfer versus Kollektivdenken. Und das hat natürlich auch seine Folgen.

Nährboden mit Hindernissen

Ende Mai hatte sich das Bewusstsein ob des prekären Zustands der Corona-Einschränkungen erst richtig eingeschlichen, da rief die Initiative Ruhr schon seine digitale Konferenz Gründer-Gipfel Ruhr zusammen. 100 Vertreter:innen von brandneuen, aber auch längst etablierten Unternehmen und Start-Ups kamen hier zusammen, um sich mit aktuellen Entwicklungen auseinanderzusetzen. Gemeinsam aus der Problemzone heraus: ein nahezu romantisches Konstrukt. Aber das Ruhrgebiet bietet dafür auch durchaus die richtigen Parameter, die nicht nur auf der hohen Bevölkerungs- und Städtedichte basieren. Zum einen glänzt die Region mit diversen renommierten Universitäten und Fachhochschulen, wodurch sich vergleichsweise leicht Fachkräfte aus dem nächsten Umland rekrutieren lassen, zum anderen sind auch die Büroimmobilien günstiger und leichter verfügbar als in Berlin. Diese Wesenszüge bestätigte auch die Umfrage des 7. Deutschen Start-up-Monitors. Was also irgendwie auf der Hand lag, wurde lange übersehen. Während also nahezu ganz Deutschland längst mit der Start-Up-Szene Händchen hielt, schrieb das Ruhrgebiet gerade mal seinen ersten Liebesbrief. Nicht ohne Folge: Nicht nur in den Köpfen der Verbraucher:innen sondern auch der Geldgeber:innen spielt sich die große Show weiterhin in Berlin oder München ab, so ganz haben sich die Banken im Pott auch noch nicht auf die jungen Dynamischen eingestellt. Aber da tut sich etwas.

Kohle da, wo sie hingehört

Kommt man also im Pott auf die Idee, ein Unternehmen zu starten, kann man vielerorts auf taube Ohren stoßen. Dank der Entwicklungen der letzten Jahre entstehen jedoch auch unzählige Förderprogramme – einige wichtige Corporates haben schließlich auch ihre Hauptniederlassungen im Ruhrgebiet. Steht euer Business-Konzept schon, könnt ihr von so genannten Accelatoren profitieren, Inkubatoren helfen euch hingegen, wenn ihr euch selbst noch nicht ganz sicher seid, wo die Reise hingehen soll. Hier könnten euch zum Beispiel das WERK X der Wirtschaftsentwicklung Bochum, der Schacht One aus Essen oder der Future Champions Accelerator Rhein-Ruhr weiterhelfen. Aber auch klassische Risikokapitalgeber wie Tengelmann Ventures aus Essen stehen euch im nächsten Umkreis zur Verfügung. Aber was bringt das schönste Geld ohne die richtigen Kontakte?

Netzwerken im Städtenetzwerk

Essen, Dortmund, Bochum, Gelsenkirchen und co mögen auf dem Papier zwar einzelne Städte sein, wer aber schon einmal in Berlin unterwegs war, weiß, dass die Wege innerhalb einer Stadt durchaus länger sein können als zwischen den Pott-Hotspots. Die gute Infrastruktur des Ruhrgebiets führt auch dazu, dass die Szene regelmäßig zusammenkommt und netzwerkt, was das Zeug hält. Allen voran glänzt natürlich die Start-Up-Konferenz RuhrSummit mit hohen Teilnehmendenzahlen, weswegen der Gipfel zu den größten und wichtigsten von ganz Deutschland gehört. Aber auch einzigartige Ideen wie die FuckUp-Nights-Ruhrgebiet treffen an Rhein und Ruhr auf fruchtigen Boden. Hier erzählen junge und etablierte Unternehmer:innen von ihren größten Fehltritten. Für Gründerinnen bieten hingegen die #HowSheDidIt-Sessions der Female Founders Ruhr eine Anlaufstelle in einer Männer dominierten Szene, um über ihre eigenen erfolgreichen Business-Cases zu sprechen. Generelle Netzwerktreffen gibt es ohnehin in Hülle und Fülle, beispielsweise den Businessbrunch im Unperfekthaus in Essen oder den Gründerstammtisch in Bochum.

Im Kollektiv durchstarten

Wer bei all den Angeboten schnell den Überblick verliert, kann sich einen stets aktualisierten Überblick über die Startup-Lotse Ruhrgebiet oder die Website der Gründerallianz Ruhr verschaffen. Letztere glänzt vor allem mit der Datenbank für Anfragen und dem Dealroom, in dem ihr eine Übersicht erhaltet, welche:r Investor:in in welches Projekt eingestiegen ist. Neben den klassischen Geldgeber:innen könnt ihr in NRW übrigens auf Stipendien wie das Gründerstipendium NRW bauen oder auch auf regionale Initiativen wie die Impact Factory, in der sozial oder ökologisch nachhaltige Unternehmen gemeinsam an ihren Ideen arbeiten können. Coworking wird im Ballungsgebiet ohnehin großgeschrieben. Ob das c/o Raum für Kooperation in Gelsenkirchen oder das Entrepreneurship Zentrum Witten – wer nicht alleine arbeiten mag, kann stets seine Gemeinschaft finden.

All das führt nicht umsonst dazu, dass immer mehr Start-ups aus dem Pott den Sprung geschafft haben: Die Jungs der Campus Held GmbH in Essen oder Urlaubsguru aus Holzwickede zeigen das große Potential der Region auf. Wer also Gemeinschaft leben und gleichzeitig ein einzigartiges Business aufbauen will, muss längst nicht mehr den langen Weg in das überteuerte Berlin wagen.

Erfolge ohne Kostenfalle

Für Marketingzwecke zahlt man klassischerweise Geld. Das vereint die Printwerbung mit Plakaten auf Litfaßsäulen aber eben auch mit Anzeigen im Internet. Diese bezahlten Links gehören im Bereich der Suchmaschinen zum SEA (Search Engine Advertising) und erscheinen als solche ausgezeichnet auch bei der einfachen Google-Suche. Als Geschwisterkind vom auf Dauer recht teuren Werbeblock kann das SEO mit anderen Werten überzeugen: Es frisst anfangs vielleicht mehr Zeit, bleibt aber ewig kostenlos. Ganz anders als die klassische Werbetrommel lockt die SEO außerdem ausschließlich den relevanten Traffic auf die Seite: Eben die Leute, die ihren Warenkorb auch wirklich füllen wollen. Im Vergleich zu Social Media führt SEO daher zu einem doppelt so hohen Umsatz und in langer Hinsicht zu einer erhöhten Sichtbarkeit.

Die größte Autobahn des Internets

„Ich muss mal kurz etwas yahoon“ ist natürlich nicht ohne Grund kein Teil des deutschen Sprachgebrauchs geworden. Google hat in Deutschland auch 2020 ein beeindruckendes Monopol mit einem Marktanteil von knapp 95%. Reden wir also von Suchmaschinen, meinen wir damit vor allem Larry Pages und Sergey Brins Ziehkind. Dass sich die Seite so gegen die Konkurrenz durchgesetzt hat, liegt vor allem an ihrer Effektivität: Wer googlet, der findet. Darauf ist deswegen Verlass, weil Google mit seinen Tools ganz logisch sortiert. Die SERPs (Search Engine Result Pages) scannen mit 200 Signalen den so genannten Index, also quasi die gesamte Bibliothek von Google, nach den besten Ergebnissen für deine Suchanfrage. Wer die richtigen Inhalte schaltet, von anderen Websites verlinkt wird, Besucher:innen lange auf der Website hält und bei dem die Leute eben nicht direkt wieder zurück zu der Google-Ergebnisliste klicken (Fachwort: Pogo Sticking bzw. Shortclick), der klettert in der Rangliste auf Seite 1. Und seien wir mal ehrlich: Wer guckt schon auf die nächsten?

Wie gewinne ich die Gunst von Google?

Eine funktionierende SEO-Arbeit ist also für all diejenigen vernünftig, die sich im Internet gegen ihre Wettbewerber:innen behaupten wollen. Die beiden tragenden Säulen dieser Ausrichtung werden als On- und Offpage-Optimierung bezeichnet. Recht logisch umfasst erstere all die Elemente, die auf der eigenen Website stattfinden, während letztere die Zusammenarbeit mit anderen Seiten meint. Für Technik-Begeisterte gibt es dann sogar noch eine andere Ebene: Das technische SEO meint den reibungslosen Ablauf eurer Website, der ebenfalls zu besseren Suchergebnissen führt. Websites, die kurze Ladezeiten haben, gewisse Sicherheitsmaßnahmen vorweisen können und – immer wichtiger – auch mit mobilen Ansichten funktionieren, profitieren hier sehr.

Vor der eigenen Tür kehren: OnPage-Optimierung

Wer um die große Tragweite von Suchmaschinen-Ergebnissen weiß, wird diese in jeder Phase der Content-Erstellung berücksichtigen. Bevor es ans Eingemachte geht und ihr eure Seite umstrukturiert, geht es aber zunächst um etwas recht Offensichtliches: die Keyword-Recherche. Mit Tools wie dem Keyword-Planer von Google Ads könnt ihr euch ein passendes Set zusammenlegen, das genau zu eurem Unternehmen passt. Achtet in diesem Schritt auf das Suchvolumen, aber auch darauf, ob die Worte auf Dauer geklickt werden oder eher saisonal laufen, ob sie auch noch aktuell sind oder auch in welcher Reihenfolge ihr sie sortieren wollt. Dann kann es auch schon losgehen mit euren SEO-perfektionierten Inhalten.

Schnell tauchen auch schon die nächsten Fragen auf: Wie benenne ich diese neue Seite? Kurze, knackige Titel kommen weitaus besser an als kryptisch-lange. Etwas technischer bedeutet das: Platziere einen logischen